EINLADUNG

Die Städtische Galerie In der Badstube Wangen im Allgäu
lädt Sie ein zur Eröffnung der Ausstellung

 

OST & WEST

Wasja Götze
Beziehungsweise
Moritz Götze

 

Sonntag, 9. Mai, 11 Uhr

Begrüßung
Michael Lang
Oberbürgermeister der Stadt Wangen im Allgäu

Einführung
Galerieleiter Prof. h. c. Rudolf Sigerist

Musik
René Giessen und Mike Scholz
Harmonika und Gitarre


"Wasja Götze, "Burg"-Absolvent, exzessiver Liebhaber italienischer Rennräder und Organisator ausschweifender Künstlerfeste, galt bei der Hallenser Staatssicherheit als "zweiter Biermann", auch wenn sich die in den MfSAkten nachweisbare Titulierung eher auf einen Nebenast seiner vielfältigen künstlerischen Fähigkeiten bezieht.

Paul Kaiser, Kunstwissenschaftler, 1998


Wasja Götze, Die Hose von Potsdamer Platz oder That´s it, 1997-98, Öl/Sperrholz, 95 x 122 cm


Wasja Götze, "Stillleben mit ungebetenem Gast", 1978, Öl/Hartfaser, 69 x 80 cm


"Moritz Götze ist bekannt für seine pointierte, mit Lust am Tabubruch inszenierte Persiflage nationaler Geschichtsmythen. Seine augenzwinkernden Geschichts -Tableaus sind alles andere als ästhetische Relativierungsversuche deutscher Schuldverstrickung. Die Abgründe und Ambivalenzen der Realgeschichte verleugnet Moritz Götze in seinen Arbeiten nicht, sie werden vielmehr selbst zum Gegenstand seines Bildprogramms. Sein Zugriff ist dabei geprägt von einem farbkräftig-opulenten German Pop, der seine unverwechselbare Stilsignatur ist und ihn als einen der wichtigsten und prägenden Maler seiner Generation auszeichnet.

Stiftung Schloss Neuhardenberg, Sommer 2009


Moritz Götze, Scapa Flow, 1989, Öl/Leinwand, 112 x 152 cm


Moritz Götze, "Deutschlands Himmel", 1989, Serigraphie, 58 x 84 cm


Wasja Götze - Maler, Dichter, Grafiker und Liedermacher - ist seit Ende der 1960er Jahre ein lebender Vorwurf für die Staatsmacht und zählt wohl zu den herausragendsten Protagonisten der DDR-Bohème. Auf dem Wege der Malerei experimentiert er seit dieser Zeit mit Stilmitteln der amerikanischen Pop Art, auf deren Herausforderung außer dem Dresdner Maler Willy Wolff kaum einer in der DDR ernsthaft reagiert. Aufgeladen durch einen anarchischen Mix aus Dada und Surrealismus ist Wasja Götze in Halle der einzige, dessen Bilder nie nur magische Zeichen bedeuten, sondern immer metaphorisch verschlüsselte Zusammenhänge vermitteln wollen. Herausgekommen sind ätzende Analysen eines verfehlten politischen Denkens. In den 1980er und 1990er Jahren, nachdem er sich ausreichend mit dem sozialen Wahnwitz beschäftigt hat, umschreibt er sein Alterswerk nun locker mit "Neuer Banalismus".

Moritz Götze gehört seit den 1990er Jahren mit zu den wichtigsten zeitgenössischen Malern, Grafikern und Objektkünstlern Deutschlands. Unter Verwendung von Elementen der Pop Art, des Comics, der mittelalterlichen Buchillustration und Werbung suggeriert die "statuarisch-appellative Formsprache Simplizität". Doch seine Rückgriffe auf polit-, sozial- oder kulturhistorische Ereignisse sind von raffinierter Vielschichtigkeit. Sie spielen sich in stark farbiger Aufmachung, dekorativem Chaos gleichend, wie auf einer Bildbühne ab. Dominierten bis in die 1990er Jahre Alltagsthemen, hat er sich seit der Jahrtausendwende wieder vermehrt politischen Themen zugewandt.
Aktuell lassen seine Preußen-Bilder aus der Serie "Scapa Flow" aufmerken.

Die Städtische Galerie In der Badstube zeigt die Doppelausstellung im Rahmen der 2009 begonnenen Reihe mit renommierten Künstlern aus den neuen Bundesländern.

Öffentliche Führungen
Samstag, 15. Mai, um 15 Uhr
Sonntag, 30. Mai, um 15 Uhr
Donnerstag, 10. Juni, um 18 Uhr
Samstag, 26. Juni, um 15 Uhr
Donnerstag, 8. Juli, um 18 Uhr
Sonntag, 18. Juli, um 15 Uhr

 

Für Gruppen und Schulklassen sind auf Anfrage bei der Städtischen Galerie auch außerhalb der Öffnungszeiten Führungen möglich.

 

Weitere Informationen erhalten Sie in der
Geschäftsstelle der Städtischen Galerie


Marktplatz 11, D -88239 Wangen im Allgäu
Telefon 07522-74242, Telefax 07522-74243
www.galerie-wangen.de



WASJA GÖTZE

1941
in Altmügeln bei Oschatz/Sachsen geboren

1962-68
Studium an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein in Halle ("das fast-Paradies-auf-Erden!!"), Fachrichtung Innenarchitektur und Gebrauchsgrafik

seit 1967
"Petersbergrallye" mit "Schelmuffskiy-Troffi"

1969
Beginn des saisonalen Wandermusikantenlebens mit Freund Matz Griebel

1971
Kauf des Hauses Burgstraße 61 in Halle

1977
Biermann-Unterschrift

1979
Eröffnung des OV "Torso" beim MfS Halle. Erste Personal-Ausstellung in der Galerie "Marktschlößchen" in Halle, vorzeitig geschlossen

1981
Erstes italienisches Rennrad

1982
Androhung der Ausbürgerung bis 1989 Innere Emigration und Rückzug ins Private

1991
Erster Wandbildauftrag für das Neue Theater Halle. Zeitweise Job als Fahrradmechaniker



MORITZ GÖTZE

1964
in Halle (Saale) geboren als Sohn von Wasja und Inge Götze

1981-83
Lehre als Möbeltischler

1981-85
Gitarrist und Sänger verschiedener (Punk-)Bands seit 1986 freiberuflich als Maler / Graphiker in Halle

1991-94
Lehrauftrag für Serigraphie an der Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und
Design Halle

1994-95
Keramische Wandgestaltung für einen Lichthof des Messehauses "Specks Hof" in Leipzig

1996
Kunstförderpreis des Landes Sachsen-Anhalt

1997
Grafikpreis Vereinigte Zigarettenfabrik Dresden

2000-04
Gestaltung des Erscheinungsbildes der Leipziger Buchmesse

2006
Gründung des Hasenverlags mit Peter Gerlach

2006/07
Entwurf der aus 700 Teilen bestehenden Emailkomposition "Victoria"

2008
Bühnenbild "Hamlet", Neues Theater Halle

2009
"Scapa Flow. Preußen-Bilder"


Öffnungszeiten
Di - Fr, So, Feiertage 14-17 Uhr und Sa 11-17 Uhr

Ausstellungsort
Lange Gasse 9, 88239 Wangen im Allgäu

Eintrittspreise
Erwachsene EUR 2,50, ermäßigt EUR 1,50
Frei für Kinder bis 10 Jahre und Wangener Schulklassen

Kombi-Karte
für Städtische Galerie und Städtische Museen vom 1. April bis 31. Oktober EUR 3,50, ermäßigt EUR 2,00